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Aeroflot Open 2004

vom 16. bis 25.02.2004 in Moskau

zur offiziellen Seite

Am 16.02.2004 begann in Moskau das Aeroflot Open 2004. Es haben sich auch einige in Deutschland beheimatete Spieler aus der deutschen Elo-Liste angemeldet, u.a. Levon Aronian, Alexander Graf, Igor Khenkin, Vitaly Kunin, Anatoly Donchenko und Falko Bindrich. Falko startet im B-Turnier. Insgesamt nehmen ca. 650 Spieler an den drei Turnieren teil (im A-Open 212, davon 135 Großmeister, alles Titelträger).

In der ersten Runde hatte Falko einen russischen Internationalen Meister als Gegner. Mit Weiß hatte er eine sehr gute Stellung erreicht. Einen Bauerngewinn wollte er nicht, weil er strategisch gewinne wollte. Der Gegner, Alexander Filipenko (2423) fand eine taktische Attacke und Falko verlor.

Nächster Gegner war der fünfzehnjährige Franzose Clovis Vernay (2174). Mit Schwarz fand Falko sehr gute den Ausgleich, aber ein Gewinn war nicht möglich: Remis!

In der dritten Runde war der Türke Serkan Yeke (2202) Falkos Gegner. Sehr feine strategische Spielführung in einer "Französischen Partie". Der Gegner hatte nur noch drei Sekunden als er Falko zum Sieg gratulierte.

In der vierten Runde kam wieder ein starker "Brocken": Die Ungarin Yelena Dembo (2424) war nicht nur Frauen-Großmeister sondern auch Männer-IM. Mit Schwarz erreicht Falko in einer seiner Spezialvarianten im Mittelspiel eine bessere Stellung. Seine Gegnerin bot im 22. Zug Remis an. Falko lehnte ab und brach unmotiviert seinen Angriff ab. Den Konterangriff von Yelena konnte er nicht parieren.

In der fünften Runde hatte der Niederländer Willem Muhren (2193) schon in der Eröffnung keine gute Hand. Falko führte den Angriff vorbildlich zu Ende. Nach nur 25 Zügen gab Willem die verpatzte Partie auf.

In der sechsten Runde hatte Falko wieder eine starke Herausforderung. Wieder ist es eine Frauengroßmeisterin, diesmal aus Russland. Irina Slavina (2413) ist auch Männer-IM. Leider wieder mit Schwarz gegen eine d4-Spielerin. Ich drücke die Daumen!
Das Daumendrücken hat geholfen, Falko hat leicht Remis machen können. Der Lerneffekt war sogar so, dass er begriffen hat, dass in der Nimzowitsch-Indischen Verteidigung mit leicht veränderter Reihenfolge mit Schwarz auch auf Gewinn gespielt werden kann.

Zur Info: Der Deutsche Meister Alexander Graf liegt unter den 210 Teilnehmern im A-Open nach sechs Runden mit 4½ Punkten im Vorderfeld.

Heute kam endlich der Höhepunkt (oder folgen weitere?!). Gegen den russischen IM Sergey Kravtsov (2395) konnte der volle Punkt erkämpft werden. Wieder war "Französisch" das Thema der Partie. Wahrscheinlich ist der Knoten gerissen; es war der dritte Sieg in Reihenfolge in dieser Eröffnung, seiner Achillesferse.
Mit vier aus sieben liegt Falko im vorderen Mittelfeld (also 100. Stelle!). In seinem B-Open sind mit 240 Teilnehmern die größte Anzahl von allen drei Turnieren. Mit mehr als 120 Titelträgern ist es auch immer noch ein sehr starkes Turnier. In Deutschland gibt es nur sehr wenige (zwei/drei).

In der achten Runde hatte Falko wieder ein schweres Los (Hier gibt es ja auch keine leichten Gegner!). Diesmal war es Evgenij Romanov (2381) aus Russland; für Falko kein
Unbekannter mehr. Bereits einmal musste er gegen den schon mit einigen internationalen Titeln "behangenen" Evgenij die Segel streichen. Diesmal entstand über die Sizilianische Verteidigung eine günstige Benoni-Variante. Nach einigen Ungenauigkeiten auf beiden Seiten fasste Falko eine strategisch falsche Entscheidung. Evgenij konnte sofort die Initiative übernehmen und ließ kein weiteres Gegenspiel zu.

Nun in der 9. Runde kommt auch wieder ein Russe, der FIDE-Meister Rafail Farakhov (2375). Falko wird auch hier die Erfahrung sammeln, dass diese starken Gegner zu schlagen sind, aber dazu auch weiter intensives Training insbesondere im strategischen Bereich notwendig ist.

Vielleicht war es doch eine Frage der Kondition, immerhin ist der Tagesablauf  doch recht verschieden vom normalen Lebensgang. Erst in der Eröffnung eine Verwechslung der Züge, noch kein Beinbruch. Dann aber wird ein Durchbruch des Gegners falsch beantwortet und zu guter letzt berechnet Falko alle Läuferabzüge des Gegners außer einem. Und schon war ein Bauer weg und nicht viel später die gesamte Partie.

Nun ist das Ergebnis von 4 aus 9 beim Gegnerschnitt von 2333 eine Bestätigung seiner bisherigen Leistungsstärke. Und viele viele Erfahrungen und Eindrücke konnte Falko sammeln.

Im A-Open spielt unser Vertreter Alexander Graf immer noch stark in der breiten starken Spitzengruppe mit.

In Moskau wieder nur Null Grad. Morgen geht es auf den Rückflug und dann gleich am Freitag (Bundestrainer) und Sonnabend (Landestrainer) jeweils fünf Stunden Training. Am Sonntag wartet die 1. Tschechische Liga; die Mannschaft von Turnov ist Spitzenreiter!

Herzliche Grüße aus Moskau

Falko und Oswald Bindrich

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